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Carl Spitzweg

Carl Spitzweg

Über was könnte ich diese Woche sprechen? Ich hatte keine Idee! Dann hat Sophie mir eine Herausforderung angeboten – vielmehr einen freundlichen Vorschlag: sie hat mir damit diesen Kalender gegeben – zwölf Meisterwerke von Carl Spitzweg. Er ist einer der bedeutendsten deutschen Maler des Biedermeiers. Das Biedermeier war eine mitteleuropäische Periode des neunzehnten Jahrhunderts, als der Mittelstand angewachsen hat und ein neues Publikum für Kunst geschaffen wurde. Die Maler haben eine romantische und naturgetreue Ansicht der Welt dargestellt.

Carl Spitzweg wurde 1808 in München geboren als Sohn einer reichen Kaufsmannsfamilie. Er erlernt den Beruf des Apothekers und schließt sein Pharmaziestudium an der Münchner Universität mit Auszeichnung ab. Aufgrund einer längeren Krankheit gibt er seinen Beruf auf und wendet sich der Malerei zu.

1835 wird Spitzweg Mitglied des Münchner Kunstvereins. 1837 beginnen die ersten Verkäufe. Sein berühmtes Gemälde „Der arme Poet“ entsteht 1839. Er war Mitarbeiter der „Fliegenden Blätter – eine humoristische, reich illustrierte deutsche Wochenzeitschrift, heute weniger bekannt. Seine Popularität hat bis heute nicht nachgelassen. Er hat in seinen Werken die Welt des deutschen Kleinbürgers mit liebevollem Humor gestaltet und in echt biedermeierlicher Weise die „gute alte Zeit“ geschildert. Carl Spitzweg verstarb 1885 nach einem Schlaganfall in seiner Wohnung in München.

Hiermit das Gemälde „Der arme Poet“. Es ist ein bißchen dunkel; ich werde es herum reichen.
Das Bild zeigt einen armen Dichter in seiner erbärmlichen Dachstube. Links ein kleines Fenster, rechts die Sparren des Daches. Der Schriftsteller besitzt kein Bett, nur eine Matratze – darüber ein Regenschirm, der ihn vor dem Wasser des undichten Daches schützt. Links der nicht beheitze Ofen. Im Ofenloch stecken Papierblätter die zu den Papieren gehören die vor dem Ofen liegen und die lateinisch mit „Operum meorum fasciculum 111“, auf deutsch „Das dritte Bündel meiner Werke“ beschriftet sind. Durch das Fenster sieht man verschneite Dächer. Es ist kalt. Was macht der Poet mit seinen Fingern der rechten Hand? Skandiert er einen Vers oder zerdrückt er einen Floh?

Diana Lacy - January 2017

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